Autoverkauf an ein Autohaus?

Haben sich Autobesitzer endlich dazu entschieden, ihren Gebrauchtwagen zu verkaufen, stehen sie vor einer weiteren Entscheidung: Welcher Verkaufsweg ist optimal? Wie kann ein Auto nicht nur erfolgreich, sondern auch gewinnbringend und schnell verkauft werden? Eine der komfortabelsten Varianten stellt der Verkauf an das Autohaus dar. Doch so einfach, wie viele Fahrzeughalter sich eine Veräußerung vorstellen – PKW zu einem Händler bringen, Geld bekommen, nach Hause fahren – ist sie oftmals nicht. Denn hier haben Verkäufer wieder die Wahl: Soll das Auto an ein freies oder an ein gebundenes Autohaus verkauft werden? Über die Unterschiede beider Optionen klärt unser Ratgeber auf.

Kundenmeinungen
Wie das mit der Autopreisberechnung geht, habe ich nie verstanden. Nun habe ich endlich einen kostenlosen Helfer an der Hand gehabt. Danke!
Konstanze L.
1A-Bewertung! Hat nur fünf Minuten gedauert und mich nix gekostet.
Tobias K.
Perfekt! Drei Klicks, drei Sekunden, schneller geht's nicht. Die Einschätzung war exakt, hab den Preis dann auch für meinen Wagen bekommen.
Gorden S.

Gebrauchtwagen ans Autohaus verkaufen

Wenn Fahrzeugverkäufer die Veräußerung ihres Gebrauchtwagens nicht unnötig in die Länge ziehen und sich den Aufwand mit einem Inserat ersparen wollen, vertrauen sie zumeist auf einen Verkauf bei einem Autohändler. Vorerst scheint es der einfachste Weg zu sein. Normalerweise begutachten Autohändler das Fahrzeug, machen daraufhin ihr Angebot und Besitzer können sofort verkaufen. Doch diese Variante hat auch ihre Tücken: Viele Geschäftsleute versuchen, so viel Profit wie möglich aus dem Handel zu schlagen, schauen sich deshalb das Auto nur ungenau oder gar nicht an – manch einer findet absichtlich „Fehler“, um Preise niedrig zu halten. Bevor das Auto an ein Autohaus vermittelt wird, sollten Besitzer eine unabhängige Wertermittlung durchführen.

Stimmt das Angebot beim Autohändler, wird der Verkauf ganz schnell abgewickelt. Verkäufer brauchen sich nicht selbst um einen rechtlich abgesicherten Kaufvertrag kümmern, denn sie erhalten ihn von ihrem Geschäftspartner. Nach Abmeldung bei der Zulassungsstelle sind sie den Wagen los und können sich spätestens jetzt auf den Kauf eines Neuwagens konzentrieren. So funktioniert der Verkauf des Autos an den Autohändler – im Idealfall. Doch Probleme können bei dieser Verkaufsoption an jeder Stelle auftreten, denn gerade an gebundene Autohäuser lassen sich nicht alle PKWs verkaufen.

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Gebundene Autohäuser sind markenabhängig

Ein markengebundenes Autohaus erkennt man deutlich an dem Zeichen des Herstellers, dessen Autos hier angekauft, beziehungsweise verkauft werden. Für einen Autokauf sind Vertragsautohäuser optimal, wenn sich Käufer für eine Marke entschieden haben. Sie haben hier mehr Auswahl zwischen verschiedenen Modellen und können auch spezieller beraten werden. Für einen Gebrauchtwagenverkauf eignet sich das markenabhängige Autohaus dann, wenn der PKW vom zugehörigen Hersteller produziert wurde. Andernfalls kann der Verkauf nicht ideal ablaufen: Sollten Autohändler das Kfz ankaufen, wird meist nicht der tatsächliche Wert ausgezahlt. Auch eine Inzahlungnahme im Falle eines Neukaufs bei demselben Autohändler funktioniert oft nur dann optimal, wenn kein Markenwechsel stattfindet.

In einer Werkstatt, welche an den meisten gebundenen Autohäusern angeschlossen ist, können zwar in einigen Fällen auch Fahrzeuge anderer Hersteller repariert werden. Die KFZ-Mechaniker sind aber Spezialisten für die Vertragsmarke. Geht es also um herstellerspezifische Details, sind Fremdmarken in ihrer jeweiligen Marken-Werkstatt besser aufgehoben. Fahrzeugbesitzer sollten in so einem Autohaus ebenfalls berücksichtigen, dass im Falle einer Reparatur, beziehungsweise Instandsetzung nur herstellerkonforme Ersatzteile verwendet werden – solche sind üblicherweise teurer als nicht originale Vergleichsprodukte. Ein gebundenes Autohaus hat außerdem mit einem Problem zu kämpfen, dem sich freie Händler nicht stellen müssen: Die sinkende Zahl der Neuzulassungen des Herstellers verursachen eine immer geringere Auslastung der zum Autohaus gehörenden Werkstatt. Bühnen, aber auch Monteure werden weniger gebraucht: die Existenz vieler Betriebe ist dadurch bedroht.

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Keine Markengrenze bei freien Autohäusern

Wählt man für den PKW-Verkauf das freie Autohaus, haben Verkäufer keine Einschränkungen bezüglich des Herstellers zu befürchten. Diese Autohäuser agieren markenunabhängig, bieten aber meist den gleichen Service wie gebundene Betriebe an. Das heißt, dass in einem solchen Autohaus Leistungen wie Reifeneinlagerung, Sicherheitschecks, Mobilitätsgarantien durch Ersatzfahrzeuge bei Reparatur oder Öl- & Reifenwechsel übernommen werden – für jedes Auto. Das Personal vom Autohaus ist meist auf alle Automarken geschult worden, sodass auch im Werkstattbereich nach Herstellervorgaben gearbeitet wird. Verwendete Ersatzteile kommen hier jedoch nicht aus dem Werk, sondern sind universell einsetzbar und somit oft um einiges günstiger. Hier liegt es am Fahrzeugbesitzer, ob er darauf vertraut oder lieber Originalteile bevorzugt. Bei dem Kauf eines Neuwagens bei einem freien Autohändler fällt die Inzahlungnahme des alten Gebrauchtwagens im Falle eines Markenwechsels oftmals vorteilhafter für Halter aus.

 

Zusammenschluss gebundener Autohäuser

Die EU-Kommission hat vor wenigen Jahren eine Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) angenommen. Ursprünglich sollten Wettbewerbsregeln im PKW-Handel damit gelockert werden. Das heißt konkret, dass beispielsweise ein BMW-Autohaus auch VW-Modelle an- & verkaufen soll. Zum Autohaus dazugehörige Werkstätten können somit auch Ersatzteile anderer Marken verwenden. In der Praxis müssen jedoch Kompromisse gefunden werden, denn jeder Hersteller hat seine eigenen Schulungen, seine eigenen Design-& Kleidungsvorgaben sowie eigene Formulare. Dadurch treffen in einem Autohaus mehrere Standards zusammen, denn der eine Hersteller gibt Farben und Bodenbeläge vor, ein anderer Möbel im Kundenbereich. Das führt dazu, dass kleinere Betriebe von der Insolvenz bedroht sind, die größeren, gebundenen Autohäuser sich zusammenschließen und auf Großstädte konzentrieren.

 

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