Der Weg zum Führerschein

Ob in der Stadt oder auf dem Land: Jeder will unabhängig sein und sich nicht nach Bahn und Bus richten müssen, erst recht nicht, wenn Letzterer nur zwei Mal am Tag abfährt. So wollen die meisten zukünftigen Autofahrer rasch ihren Führerschein machen, um endlich flexibel in der Mobilität zu sein. In unserem Ratgeber berichten wir über die Anfänge des Führerscheins, klären über den Unterricht und die notwendigen Prüfungen auf und beraten, was zu tun ist, wenn er abhanden kommt.

Kundenmeinungen
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Jan S.
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Fabian B.

Der erste Führerschein

Carl Benz war der Erste: Nicht nur der erste, der ein Automobil erfunden hat, sondern auch der Erste, der einen Führerschein erhielt. 1888 wurde ihm vom Großherzoglich Badischen Bezirksamt der Schein überreicht. Knapp zwanzig Jahre später, wurde der für ganz Deutschland gültige Führerschein eingeführt. Da es damals noch nicht viele Autos gab und nur wenige Verkehrsregeln festgelegt waren, war die Fahrerlaubnis eher eine Bedienungsanleitung für das Fahrzeug – die ersten Prüfungen zum Erwerb des Scheins gab es damals auch schon. Mit der Einführung des Führerscheins und den Prüfungen zu seinem Erwerb wurden auch die erste privaten Fahrschulen gegründet – den Anfang machte eine Schule in Aschaffenburg. Gleichzeitig wurden auch einheitliche Regelungen zum Verkehr veröffentlicht. Die erste StVO wurde 1909 für das Deutsche Reich herausgegeben und legte die Höchstgeschwindigkeit aller Fahrzeuge auf 15 Kilometer pro Stunde fest.

Erst fahren lernen, dann Führerschein erhalten

Kriterien um zur Fahrschule zugelassen zu werden:

  • Mindestalter (15 Jahre für Mofa, 17 Jahre für PKW)
  • dauerhafter Wohnsitz / Aufenthalt in Deutschland
  • Erste-Hilfe-Kurs
  • Körperliche / geistige Eignung

Der Großteil der heutigen Bevölkerung, rund drei Viertel, macht die Fahrprüfung vor dem 20. Lebensjahr. Jährlich werden durchschnittlich 1,3 Millionen Führerscheine ausgestellt. Doch bevor es soweit ist, müssen Willige erst einmal fahren lernen.

Fahren lernen kann man zwar auch privat, doch schreibt die Ausbildungsordnung eine bestimmte Stundenanzahl an Theorie- und Praxisunterricht vor. So ist eine Fahrschule für richtiges Fahren lernen unerlässlich. Es gibt ein sehr großes Angebot an Fahrschulen. Bei der Wahl sollte zum einen auf Empfehlungen von Bekannten geachtet werden, als auch ein Vergleich der Schulen statt finden: Sie unterscheiden sich in Preisen, Fahrzeugen und Unterrichtszeiten.

Zum Fahren lernen gehören Unterricht und Prüfungen

Zum Fahren lernen und zum Erwerb des Führerscheins gehören zum einen der Theorieunterricht mit anschließender theoretischen Schriftprüfung und zum anderen der Praxisunterricht, an dessen Ende es zur Fahrprüfung kommt. Bevor jedoch Unterricht und Prüfungen abgelegt werden können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein und Fristen eingehalten werden.

Theorieunterricht und -prüfung:
Der Theorieunterricht umfasst für die PKW-Klasse 12 Doppelstunden Grundstoff (2 x 45 Minuten) und 2 Doppelstunden Zusatzstoff. Erst nach ihrer Absolvierung, dem amtlichen Prüfantrag bei dem TÜV oder der DEKRA und frühestens drei Monate vor Erreichen des Mindestalters darf die Prüfung abgelegt werden. Sie besteht aus 30 Fragen, bei denen 2 bis 5 Fehlerpunkte möglich sind. Bestanden haben Prüflinge, wenn sie 10 Fehlerpunkte oder weniger in 45 Minuten erreicht haben. Wer durchfällt, darf die gleiche Prüfung nach zwei Wochen wiederholen – bis er sie bestanden hat oder aufgibt. Das Ergebnis der Prüfung erhält man in der Regel, wenn alle Prüflinge fertig sind und die Fragen ausgewertet wurden.

Praxisunterricht und -prüfung:
Der Praxisunterricht enthält mindestens 12 Pflichtfahrstunden, die sich in fünf Stunden Überland-, vier Stunden Autobahn- und drei Stunden Nachtfahrt gliedern. Ob weitere Fahrstunden nötig sind, wird individuell vom Fahrlehrer entschieden. Liegen die Stunden, eine Bescheinigung vom Optiker / Augenarzt und der Nachweis vom Erste-Hilfe-Kurs vor, kann die Führerscheinprüfung angetreten werden. Diese wird mit dem TÜV oder der DEKRA abgestimmt und ein Termin festgelegt. Die Fahrt mit dem Prüfling, dem Fahrlehrer und dem Prüfer dauert etwa 45 Minuten. Nach erfolgreich bestandener Prüfung erhält man seinen Führerschein, der bis 15 Jahre Gültigkeit besitzt.

Verlust des Führerscheins

Er fiel aus der Tasche, das Portemonnaie wurde gestohlen oder man hat sich unerlaubt vom Unfallort entfernt – zum Verlust des Führerscheins kann vieles führen. Wenn er verloren gegangen ist oder ein Diebstahl vorliegt, muss ein neuer bei der zuständigen Führerscheinstelle am Hauptwohnsitz beantragt werden. Dies kann in der Regel zwei bis sechs Wochen Bearbeitungszeit in Anspruch nehmen. Für diese Zeit bekommt man einen Ersatzführerschein ausgehändigt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, eine gebührenpflichtige Befreiung zu beantragen, sodass man für die Zeit keinen Führerschein mitführen muss. Bei der Beantragung eines neuen Scheins liegt der Unterschied zwischen Diebstahl und Verlust in den Kosten: Bei Ersatzbeschaffung belaufen sie sich im letzteren Fall auf wesentlich höhere Beträge. Wenn man nicht sechs Wochen auf den neuen Führerschein warten will, kann man, nach Zahlung einer Extra-Gebühr, eine Express-Lieferung beantragen. Wenn sich nicht an die Regeln der StVO gehalten wird, kann die Fahrerlaubnis auch für eine bestimmte Zeit oder für immer entzogen werden:

  • Innerorts 31 km/h zu schnell: 1 Monat Führerscheinentzug
  • Außerorts 41 km/h zu schnell: 1 Monat Führerscheinentzug
  • innerhalb eines Jahres 26 km/h zu schnell: 1 Monat Führerscheinentzug
  • 61 km/h zu schnell: 3 Monate Führerscheinentzug
  • 0,5 bis 1,09 Promille: 1 Monat Führerscheinentzug bei 1. Verstoß, sonst 3 Monate
  • 1,1 Promille: 6 Monate Führerscheinentzug
  • Rote Ampel überfahren: 1 Monat Führerscheinentzug
  • Unfallflucht: bis zu lebenslanger Führerscheinentzug

Die Führerscheinklassen im Laufe der Zeit

Wer in Deutschland was fahren darf, regelt die Fahrerlaubnis-Verordnung. Bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Führerscheinklassen eingeführt und seitdem immer wieder angepasst. Die letzte Änderung fand im Januar 2013 statt, seitdem gibt es 16 verschiedene Führerscheinklassen. Wir haben Ihnen die Änderungen der letzten Jahre tabellarisch zusammengestellt.

 

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