Ganzjahresreifen statt Reifenwechsel

Neben den Sommerreifen und Winterreifen haben Fahrzeugbesitzer auch die Möglichkeit, Ganzjahresreifen auf ihre Autofelgen zu ziehen. Viele sehen hierin den Vorteil, nicht zwei Mal im Jahr Reifen wechseln zu müssen. Doch es gibt auch Skeptiker, die die Allwetterreifen für weniger gut geeignet halten und deshalb davon abraten. An Ganzjahresreifen scheiden sich die Geister. Worauf es wirklich bei der Reifenwahl ankommt, welche Hersteller die gefragtesten sind und warum diese Reifen in manchen Aspekten den saisonalen Rädern teilweise in nichts nachstehen, ist hier zu erfahren.

Kundenmeinungen
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Konrad S.
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Ingeborg U.

Die Geschichte der Ganzjahresreifen

Die Geschichte der Ganzjahresreifen beginnt bereits 1922 mit einer Innovation des Reifenherstellers Dunlop. Erstmalig hat das Unternehmen ein neuartiges Cordgewebe in seinen Produkten verarbeitet, die die Lebensdauer um das Dreifache verlängerten. Damit waren die Ganzjahresreifen geboren. Dunlop wurde durch diesen Fortschritt einer der erfolgreichsten Reifenhersteller. Als das Phänomen des Aquaplaning in den 50er Jahren genauer erforscht wurde, entwickelte Dunlop seine Allwetterreifen weiter und verbesserte die Technik. Durch ein spezielles Profil konnte das Wasser besser nach außen getragen werden. Doch die innovativen Entwicklungen waren damit nicht vorbei: Einige Jahrzehnte später wurden die ersten Ganzjahresreifen in Ultraleichtbauweise und mit Notlaufeigenschaft vorgestellt. Zu dieser Zeit wurde auch das Warnair-System entwickelt, dass den abnehmenden Luftdruck im Reifen messen kann und ihn mittels einer Software dem Fahrer meldet.

Was ist das Besondere an Ganzjahresreifen?

Um zu verstehen, welchen Kompromiss Ganzjahresreifen bieten, muss man den Unterschied zwischen Sommer- und Winterreifen kennen. Während Sommerreifen durch den hohen Anteil an Naturkautschuk ab sieben Grad Celsius ihre Griffigkeit verlieren und durch weniger Profiltiefe gekennzeichnet sind, bestechen Winterreifen mit Hilfe von Profilblock-Verzahnungen im Profil durch besseren Halt auf winterlichen Straßen und durch Elastizität auch bei niedrigen Temperaturen. Ganzjahresreifen vereinen nun die Eigenschaften beider Reifenarten: Die Rillen sind sowohl längs wie bei den Sommerreifen, als auch nach Art des Blockprofils wie bei den Winterreifen angeordnet. So sollen die Reifen bei allen Witterungen für festen Grip sorgen.

Ganzjahresreifen sind praktisch, da der zwei Mal jährlich stattfindende Reifenwechsel entfällt und Autofahrer dem ersten Schnee unbesorgt entgegensehen können. Denn der Gesetzgeber sieht vor, bei winterlichen Straßenverhältnissen entsprechende Reifen mit M+S-Kennzeichnung zu benutzen. Allwetterreifen haben dieses und sind somit im Winter zugelassen. Um explizit als Winterreifen zu gelten, haben manche Ganzjahresreifen zusätzlich ein Schneeflocken-Symbol auf der Flanke. So bleibt auch der Versicherungsschutz bestehen. Wird die M+S-Kennzeichnung nicht beachtet, droht eine Geldstrafe und, bei Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer, Punkte in Flensburg.

Warum dann nicht immer Ganzjahresreifen?

Wenn die Ganzjahresreifen das ganze Jahr hindurch verwendet werden können, warum gibt es dann noch spezielle Sommer- und Winterreifen? Die Allwetterreifen haben trotz ihrer Nützlichkeit auch Nachteile, denn es ist nicht möglich, sommerliche und winterliche Anforderungen in einem Reifen zu vereinen. In der warmen Jahreszeit werden breite Reifen benötigt, um die Haftung in Kurven zu beeinflussen, im Winter hingegen sollte er schmaler sein, um sich aus dem Schnee schneiden zu können. Ganzjahresreifen sind nur schwer in der Lage, größere Mengen an Wasser, also auch Schnee, zu verdrängen. Deshalb sind sie gerade in Gebieten mit scharfen Wintern nicht geeignet. Auch im Sommer kommt es zur schnelleren Abnutzung der Reifen, da der Abrieb höher ist – und somit auch der Spritverbrauch. Am besten sind Ganzjahresreifen für Fahrzeuge geeignet, die keine längeren Strecken zurücklegen und im Flachland gefahren werden. Die Anschaffung der Reifen, und damit die Einsparung des Reifenwechsels und der Einlagerung, lohnt sich für Klein- und Kompaktwagen in der Stadt.

Welcher Ganzjahresreifen soll es sein?

Die Preisspannen bei Ganzjahresreifen sind ziemlich hoch, generell sind sie aber um einiges teurer als Winter- und Sommerreifen. Die beliebtesten Hersteller sind Dunlop, Goodyear, Pirelli Hankook und Vredestein. Stiftung Warentest, der ADAC und andere Anbieter unterziehen regelmäßig mehrere Ganzjahresreifen-Modelle Produkttests, an die sich der Verbraucher vor dem Erwerb orientieren kann.

 

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