Haftung bei Autoschäden: Wer muss zahlen?

Eine gute KFZ Versicherung ist für jeden Autofahrer Pflicht. Die Frage der Haftung, vor allem, wer wann und in welchem Fall zahlen muss, stellt sich immer wieder. Spätestens wenn ein Schaden am Auto entstanden ist, muss eine Antwort bezüglich der Haftung gefunden werden. Dabei ist es von großer Wichtigkeit, wie es zum jeweiligen Schaden kam und wer das Auto fuhr. Erst dann kann eine definitive und verbindliche Aussage bezüglich der Haftung getroffen werden. Wichtige Fragen: War das Fahrzeug nur an den Fahrer verliehen? Wie steht es mit der Haftung bei einem Schlaglochschaden oder bei einem Autoverkauf mit unwirksam formuliertem Gewährleistungsanspruch? Unser Ratgeber hilft.

Kundenmeinungen
Erst stand ich ratlos vor der Herausforderung des Autoverkaufs - plötzlich Klarheit bei der Preisfestsetzung dank der gratis-autobewertung!
Karl M.
Ein Bekannter bot mir 350 Euro für meinen alten Opel...zum Glück weiß ich jetzt, dass er knapp 1000 wert ist.
Jacqueline K.

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Wie verhält es sich mit der Haftung bei Kindern?

Eine spezielle Regelung bezüglich der Haftung tritt ein, wenn ein Kind Unfallverursacher ist. Hierbei spielt das Alter des Kindes eine wichtige Rolle. Ist es zwischen 7 und 10 Jahre alt, muss es keine Haftung bei einem Unfall mit einem Kraftfahrzeug übernehmen. Eine Ausnahme ist dann gegeben, wenn das entsprechende Kind einem anderen Verkehrsteilnehmer vorsätzlich eine Verletzung zugefügt hat. Kinder, welche das 7. Lebensjahr noch nicht überschritten haben, werden für einen entstandenen Schaden gar nicht verantwortlich gemacht. Für die Haftung ist es von Bedeutung, ob die Eltern des Kindes ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen sind.

Dies alles gilt für Kinder, welche einen Schaden im fließenden Verkehr verursacht haben, in solchen Fällen gilt §828 im BGB. Bei ruhendem Verkehr, also etwa im Falle eines parkenden Autos, gilt dieser Paragraph nicht, da Kinder im Gegensatz zum fließenden Verkehr keinen speziellen Gefahren ausgesetzt und auch nicht überfordert sind. Das Kind kann aber nach §829 auch als Täter zur Haftung herangezogen werden, wenn es die Billigkeit (also das Gerechtigkeitsprinzip) gebietet. Dem gesetzlichen Vormund des Kindes dürfen aber dennoch trotz Haftung keine Mittel entzogen werden, welche für den Unterhalt oder Erfüllung gesetzlich vorgeschriebener Unterhaltsleistungen benötigt werden.

Auto verliehen! Wer übernimmt die Haftung?

Wenn das eigene Auto verliehen wird, kommen bei Haftung spezielle Faktoren zum Tragen. Zunächst sollte, bevor das Auto an jemanden verliehen wird, eine Regel konsequent eingehalten werden: Vergewissern Sie sich immer, dass der sogenannte Entleiher auch einen gültigen Führerschein besitzt. Dieser sollte im Original vorgezeigt werden können, da es sonst zu harten juristischen Konsequenzen kommen kann. Wird nämlich das eigene Fahrzeug an jemanden ohne Fahrerlaubnis verliehen, muss der Verleiher mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer entsprechenden Geldstrafe rechnen. Eine vorsorgliche Kontrolle des Fahrausweises, sorgt für eine nötige Absicherung.

Ist es erst einmal zu einem Unfall mit einem geliehenen Auto gekommen, übernimmt üblicherweise die KFZ Versicherung die Haftung. Es kann aber eine Herabstufung der Schadenfreiheitsklasse und eine Erhöhung zur Versicherungsprämie erfolgen, welche dann vom Fahrzeughalter zu zahlen ist. Besteht keine Vollkaskoversicherung muss man als Halter ebenfalls für an seinem Auto entstandene Schäden selbst aufkommen. Deshalb ist es ratsam, vor Autoschlüsselübergabe klar zu vereinbaren, wer im Fall eines Unfallschadens für die Haftung aufkommt. Das ist auch hilfreich bei einer möglichen Gerichtsverhandlung, wo sich das positiv für den Halter auswirkt. Es sollte sich jedoch immer genau überlegt werden, inwieweit solche Belastungen für Freundschaften oder auch Nachbarschaften in Kauf genommen werden möchten.

Haftung bei Schlaglochschäden & beim Autoverkauf?

Wenn das Auto durch ein Schlagloch beschädigt wurde, übernimmt die Haftung für gewöhnlich der Baulastträger, also derjenige, welcher die Straße gebaut hat. Das kann Bund oder Bundesland, aber auch eine Gemeinde sein. Es muss nachgewiesen werden, dass die Verkehrssicherungspflicht von verantwortlicher Stelle nicht ausreichend wahrgenommen wurde. Damit es zu keiner Haftung durch den Baulastträger kommt, muss er entweder Schlaglöcher ausgebessert oder zumindest ein Warn- oder Tempolimitschild aufgestellt haben. Sowohl Schaden, als auch das Schlagloch sollten fotografiert und im Idealfall von der Polizei aufgenommen werden.

Bei einem Autoverkauf muss der Verkäufer einen Gewährleistungsanspruch von 2 Jahren zusichern und für Mängel die Haftung übernehmen, für welche nicht explizit ein Gewährleistungsausschluss im Kaufvertrag vereinbart wurde. Selbst bei einem vertraglich vereinbarten Haftungsausschluss ist Vorsicht geboten. Es kann sein, dass das entsprechende Formular nicht mit juristischer Korrektheit formuliert wurde und deshalb unwirksam ist. In solchen Fällen muss selbst bei einem ansonsten ordentlich abgeschlossenem Autoverkauf vom Verkäufer die Haftung für die Mängel übernommen werden. Dementsprechend lohnt es sich, den Gewährleistungsanspruch bei einem Kaufvertrag individuell auszuhandeln. Wer vorgefertigten Formularen aus dem Internet nicht traut, sollte diese im Vorfeld durch einen Rechtsanwalt prüfen lassen.

 

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