Grundlagen zur Kfz-Versicherung

Wer sich ein Auto gekauft hat oder vielleicht das erste eigene Fahrzeug zum 18. Geburtstag geschenkt bekommen hat, muss sich zwangsläufig auch mit dem Thema Kfz-Versicherung auseinandersetzen. Ohne eine solche Versicherung kann der Wagen nicht im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden. Die gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung äußert sich in der Kfz-Haftpflichtversicherung, die im Pflichtversicherungsgesetz (PflVG) §1 geregelt ist. Des Weiteren muss ein Fahrzeug für die Nutzung im Straßenverkehr zugelassen sein. Auch dies ist gesetzlich in der Verordnung über die Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr (FZV) in §1 und §3 geregelt. Dabei ist zu beachten, dass eine Zulassung nur erfolgen kann, wenn das Fahrzeug bereits haftpflichtversichert ist. Sobald ein Fahrzeug für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen wurde, muss nicht nur die Versicherung bezahlt werden, sondern auch die Kfz-Steuer. Was sich konkret hinter der Haftpflichtversicherung verbirgt, was es mit der Teil- und Vollkasko auf sich hat und wie sich der Kfz-Versicherungsbetrag berechnet, all das erfahren Sie hier in unserem Ratgeber.

Zulassung eines Kfz´s

Hat sich der Fahrzeughalter ausgiebig mit der Haftpflichtversicherung beschäftigt und diese abgeschlossen, erhält er eine elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer). Diese benötigt er, wenn er das Kfz bei der Zulassungsstelle anmelden möchte. Eine Zulassung ohne diese Versicherungsnummer ist nicht möglich. Die eVB-Nummer stellt somit eine Bescheinigung über einen bestehenden sowie vorläufigen Versicherungsschutz dar. Die Nummer besteht in der Regel aus sieben Zeichen, welche sich sowohl aus Buchstaben als auch aus Ziffern zusammensetzt. Nach der Beantragung ist die jeweilige Nummer für sechs Monate gültig. Hat man in diesem Zeitraum keine Zulassung beantragt, verfällt die Nummer automatisch. Mit Hilfe der elektronischen Nummer werden weitere Behörden automatisch informiert. Dem Fahrzeughalter wird demnach der Anmeldeprozess für ein Kfz wesentlich vereinfacht. Dies war nicht immer so, denn die eVB-Nummer gibt es erst seit 2008. Davor nutzte man als Versicherungsnachweis eine Doppelkarte, auch Deckungskarte genannt. Hier wurde dem Versicherungsnehmer ein Papierdokument ausgehändigt. Ebenso wurde eine Kopie von diesem an das Versicherungsunternehmen geschickt, erst wenn diese dort eingegangen war, galt auch die vorläufige Deckung. Alles in allem war dieses Verfahren sehr kompliziert, aufwendig und langwierig, weshalb es auch von der eVB-Nummer abgelöst wurde. 

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Die Versicherungsarten:

Die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung

Um ein Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr zu nutzen, bedarf es in jedem Fall einer Haftpflichtversicherung für den Wagen. Andernfalls macht man sich strafbar. Wer ohne einen gültigen Versicherungsschutz unterwegs ist, bekommt im Zweifelsfall nicht nur sechs Punkte in das Verkehrszentralregister eingetragen, sondern zahlt auch eine erhebliche Geldbuße oder muss eventuell sogar mindestens sechs Monate bis hin zu einem Jahr ins Gefängnis. Am 1. Mai 2014 tritt der neue Bußgeldkatalog in Kraft. Dieser sieht für das Fahren ohne Versicherung keine Punkte in Flensburg mehr vor, Geldbuße und Freiheitsstrafe bleiben weiterhin bestehen. Die Verpflichtung zum Abschluss einer solchen Versicherung hat seine Gründe. Diese Regelung resultiert aus dem Kraftfahrzeug-Schadensrecht, welches sich vom Schadenersatzrecht unterscheidet. Im Fall der Haftpflichtversicherung ist somit das Fahrzeug und nicht der Fahrer versichert. Grundsätzlich hat die Pflichtversicherung die Intention die Geschädigten im Falle eines Unfalles zu schützen. Mit Hilfe der Pflichtversicherung kann sicher gestellt werden, dass jeder Unfallbeteiligte entschädigt wird, auch wenn der Schaden das Einkommen des Fahrzeugführers beziehungsweise Unfallverursachers übersteigt. Denn hier zahlt die Versicherung in jedem Fall den vollen Betrag.

Was deckt die Haftpflichtversicherung eigentlich ab?

Durch die Pflichtversicherung werden Personenschäden wie zum Beispiel Heilungskosten, Unfallrenten sowie Schmerzensgeld abgedeckt. Außerdem werden Sachschäden wie Reparaturen an den Fahrzeugen der Unfallbeteiligten oder beschädigte Objekte wie Leitplanken und ähnliches bezahlt. Des Weiteren sind auch reine Vermögensschäden versichert. Darunter versteht man einen Folgeschaden aus einem Personen- oder Sachschaden, bei dem die betroffene Person einen geldwerten Nachteil erleidet. Wie viel dabei die Versicherung übernimmt und was der Unfallverursacher eventuell noch selber zahlen muss, ist ausschließlich von den Deckungssummen abhängig. Die Deckungssumme gibt die maximale Entschädigungsleistung an, welche aus der Kfz-Haftpflichtversicherung resultiert. Die gesetzliche Mindestdeckungssumme, ebenfalls im Pflichtversicherungsgesetz festgeschrieben, beträgt bei Personenschäden bis zu 7,5 Millionen Euro. 1,12 Millionen Euro sind für Sachschäden angesetzt und 50.000 Euro für Vermögensschäden, welche unmittelbar oder mittelbar mit Personen- oder Sachschäden zusammenhängen. Beim Abschluss der Versicherung können diese Werte auch erhöht werden. So kann der Versicherungsnehmer die Deckungssumme auf 50 oder 100 Millionen Euro festlegen, wobei hier Personen und Sachschäden dann zusammengefasst werden. Dies ist durchaus zu empfehlen, vor allem wenn der Schaden die festgelegte Deckungssumme überschreitet, ist der Versicherungsnehmer zur Zahlung der entstandenen Differenz verpflichtet. Grundsätzlich ist die Haftpflichtversicherung gegenüber dem Geschädigten in jedem Fall, auch bei grober Fahrlässigkeit des Unfallverursachers, zumindest bis zur Höhe der Deckungssumme zahlungspflichtig.

Ausnahmen bis 5.000 Euro

  • Trunkenheitsfahrten
  • unbefugte Benutzung des Fahrzeugs
  • Fahrerflucht

Bei Vorsatz des Fahrers wird die Versicherung von der Zahlungspflicht entbunden.

Beitragszusammensetzung der Haftpflichtversicherung

Beim Abschluss einer Haftpflichtversicherung werden vom zukünftigen Fahrzeugnutzer beziehungsweise Halter eine Menge Daten abgefragt. All diese sind nötig, um den individuellen Versicherungsbetrag festzusetzen. Dabei lassen sich statistische, also objektive Bezugsdaten, von sogenannten weichen, also subjektive Tarifmerkmale, unterscheiden. Im Folgenden werden diese zur Übersicht aufgelistet.

statistische Tarifmerkmale

  • Haftpflicht-Typenklasse des Fahrzeuges
  • Vollkasko-Typklasse des Fahrzeuges
  • Teilkasko-Typklasse des Fahrzeuges
  • Regionalklasse des Zulassungsortes

weiche Tarifmerkmale

  • Alter des Versicherungsnehmers/Fahrers
  • Besitzdauer des Führerscheins des Versicherungsnehmers/Fahrers
  • Zeitwert/Neuwert des Fahrzeugs
  • Regelmäßiger Abstellplatz des Fahrzeugs/selbstgenutztes Wohneigentum
  • Beruf des Versicherten
  • Jährliche Fahrleistung

Des Weiteren ist zu erwähnen, dass es bei der Haftpflichtversicherung im Vergleich zur Kaskoversicherung keine Möglichkeit gibt, den Versicherungsbetrag mit Hilfe einer erhöhten Selbstbeteiligung zu verringern. Jedoch ist es durch den Schadenfreiheitsrabatt möglich, den Versicherungsbetrag über eine längere Zeit kleiner werden zu lassen. Mehr dazu unter dem Punkt Schadenfreiheitsrabatt.

 

Freiwillige Zusatzversicherung: Die Kaskoversicherung

Der Begriff Kasko leitet sich vom spanischen Wort casco ab. Eine Kaskoversicherung deckt somit Schäden am Fahrzeug des Versicherten ab. Diese kommt für Zerstörungen, Beschädigungen oder beim Verlust des Kfz´s auf. Hierbei lassen sich Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen unterscheiden. Generell sind diese Begriffe vielen Autohaltern im Zusammenhang mit der Kfz-Versicherung geläufiger im Gegensatz zur Haftpflicht. Während die Haftpflicht gesetzlich festgelegt ist, ist das Abschließen einer Kaskoversicherung freiwillig. Somit kann die Kasko den sowieso bestehenden Haftpflichtversicherungsschutz sinnvoll ergänzen.

Was deckt die Teilkaskoversicherung ab?

Eine Teilkaskoversicherung dient dazu, den bereits bestehenden Versicherungsschutz der Haftpflicht zu ergänzen. Abgedeckt sind hierbei Schäden, die am Fahrzeug entstehen. Folgende Sachen sind bei einer Teilkasko versichert:

  • Brand/Explosion
  • Diebstahl
  • Glasbruchschäden
  • Kurzschluss/Schmorschäden
  • Marderbiss ohne Folgeschäden
  • unmittelbare Einwirkung von Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung
  • Unfall mit Haarwild

Hierbei sind in der Regel Basis- und Komforttarife zu unterscheiden. So kann es sein, dass bei einem Komforttarif, wie bei der DEVK, ein Marderbiss inklusive Folgeschäden abgedeckt ist. Des Weiteren wird in Komforttarifen auch der Zusammenstoß mit Nutztieren wie Pferden, Rindern, Schafen und Ziegen versichert.
Grundsätzlich wird bei der Teilkasko kein Schadenfreiheitsrabatt gewährt. Der Versicherungsbeitrag kann lediglich mit Hilfe einer Selbstbeteiligung verringert werden. Die meisten Versicherer bieten eine Selbstbeteiligung im Rahmen von 0 bis 1.000 Euro an. Je höher man hier die Selbstbeteiligung im Schadensfall wählt, desto geringer fällt die Versicherungsprämie aus. Dabei ist zu beachten, dass die Teilkasko bereits in einer Vollkasko integriert ist. Demnach werden hier nicht zwei separate Verträge abgeschlossen. Trotzdem müssen für beide Bestandteile eigene Selbstbeteiligungshöhen festgelegt werden. Als Faustregel gilt hier, dass der Selbstbeteiligungsbetrag für die Teilkasko stets niedriger sein soll als der für die Vollkasko.

Wie wird der Versicherungsbetrag für die Kaskoversicherung ermittelt?

Die Berechnung der Versicherungsprämie für eine Kaskoversicherung basiert auf den gleichen Daten, wie bei der Berechnung der Haftpflichtversicherung. Anbei haben wir noch einmal die wichtigsten Punkte zur Beitragsberechnung aufgelistet.

  • Teilkasko-Typklasse des Fahrzeuges
  • Regionalklasse/Postleitzahl des Halters
  • Jährliche Kilometerleistung
  • Alter des Fahrzeugs
  • Alter der Personen, welche zum Fahrer/Nutzungskreis gehören

Die Versicherung für Neu-und Jahreswagen: Die Vollkasko

Viele Autobesitzer, die sich einen Neu- oder Jahreswagen zulegen, versichern diesen für mindestens vier Jahre mit Hilfe einer Vollkasko. Dies lässt sich mit dem umfangreichen Versicherungsschutz begründen. Eine Vollkasko bietet also einen umfassenden Schutz für ein neues beziehungsweise hochwertiges Fahrzeug. Im Gegensatz zur Teilkasko kann der Versicherungsbetrag der Vollkasko mit Hilfe der Schadensfreiheitsrabatte über Jahre hinweg gemindert werden. Wer ein Fahrzeug least oder finanziert ist in der Regel vertraglich zum Abschluss einer Vollkaskoversicherung verpflichtet. Schäden, welche in den Bereich der Teilkasko fallen, haben somit keine Auswirkung auf den Schadensfreiheitsrabatt der Vollkasko. Ergänzend zur Teilkasko sind demnach bei der Vollkasko folgende weitere Schadensfälle versichert:

  • Vandalismus/mutwillige Beschädigung durch Fremde
  • selbstverschuldeter Unfall

Mit dem Abschluss einer Vollkaskoversicherung geht der Versicherungsnehmer einige Pflichten ein. Diese müssen zu jederzeit erfüllt sein, damit die Versicherung ihre Zahlungspflicht im Schadensfall wahrnimmt.

ständige Pflichten

  • Verwendungszweck des Kraftfahrzeugs muss gesetzeskonform sein
  • unberechtigter Gebrauch des Kfz´s muss verhindert werden

Hingegen würde das Fahren ohne Fahrerlaubnis die Versicherung von ihrer Zahlungspflicht entbinden.

Pflichten im Schadensfall

  • Pflicht zur Aufklärung des Unfallhergangs
  • Pflicht zur Schadensminderung
  • Schadensanzeige an die Versicherung innerhalb einer Woche

Ergänzend zum Fahren ohne Führerschein gibt es weitere Fälle, welche eine Zahlungspflicht der Versicherung ausschließen.

  • grobe Fahrlässigkeit (alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit)
  • Vorsatz
  • Rennen
  • Schäden, welche ausschließlich den Reifen betreffen
  • Erdbeben

Neben diesen geläufigen und bereits erwähnten Versicherungen für ein Kfz gibt es durchaus weitere Versicherungsangebote, die sich um das Thema Auto drehen. So ist es beispielsweise möglich einen Schutzbrief, eine Insassenunfallversicherung sowie eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung abzuschließen.

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Wichtig für die Höhe der Versicherungsprämie: Typenklasse und Regionalklasse des Kfz´s

Neben vielen anderen Faktoren bestimmen die Fahrzeugtypenklassen und die Regionalklassen die Höhe der Versicherungsprämie. Dabei ist die Typklasse ein Indexwert zur Berechnung für die Haftpflicht- als auch für die Kaskoversicherung. Dieser Wert wird einmal im Jahr und jedes Jahr aufs Neue von einem Treuhänder bestimmt. Der Index wird aufgrund des Schadenbedarfs für jeden Fahrzeugtyp einzeln ermittelt. Der Schadenbedarf setzt sich dabei aus der Summe der Schadenaufwendungen im entsprechenden Kalenderjahr und der Zahl der Jahreseinheiten zusammen. Dabei bildet der Index das Verhältnis des Schadenbedarfs eines einzelnen Fahrzeugtyps gegenüber anderen ab. Das bedeutet im Klartext: Die Fahrzeuge werden je nach Unfall-und damit Schadensstatistik eingestuft. Hat beispielsweise ein Fahrzeugmodell, wie der VW Beetle, in einem Jahr besonders viele Unfälle/Schäden zu verzeichnen, wird sich im Folgejahr höchstwahrscheinlich die Typenklasse und somit der Versicherungsbeitrag erhöhen.

In der Haftpflichtversicherung gibt es dabei die Typenklassen 10 bis 25. In der Kaskoversicherung wird hingegen mit Fahrzeugtypen von 10 bis 34 in der Teilkasko oder auch 10 bis 33 bei der Vollkasko gearbeitet. Als Faustregel gilt hier: Je Höher die Typenklasse, desto höher ist auch der Schadenbedarfsindex und somit auch der Versicherungsbetrag.
Auch die Regionalklassen sind ein Risikomerkmal zur Berechnung der Versicherungsprämie für die Haftpflicht-als auch die Kaskoversicherung. Dabei erfolgt die Zuordnung zu einer bestimmten Region über den Hauptwohnsitz des Fahrzeughalters. Die Regionalklassen werden mit R0, R1 und R2 bezeichnet. Einige Versicherer nutzen ein anderes Modell für diesen Index, sodass die kleinste Regionalklasse nicht R0 sondern bereits R1 ist. Dies sieht lediglich optisch anders aus, in der Bewertung an sich ändert sich jedoch nichts. Für die verschiedenen Versicherungen gibt es unterschiedliche Regionalklassen. So gibt es für die Haftpflicht 12 Klassen, für die Teilkasko 16 und für die Vollkasko 9. Auf der Seite des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.) lässt sich ganz einfach ermitteln, zu welcher Klasse Ihr Wohnort zählt. Leipzig-Stadt würde beispielsweise in der Haftpflicht sowie in der Teilkasko zur Klasse 9 und in der Vollkasko zur 7 gehören.
Hier gilt das gleiche Prinzip wie bei den Typenklassen. Je geringer die Regionalklasse ist, umso geringer ist der Index. Dies bedeutet wiederum, dass bei einer kleinen Klasse der Versicherungsbetrag dementsprechend gering ist. Die Ermittlung der Regionalklassen erfolgt nach dem gleichen Verfahren wie bei den Typenklassen.

Die günstigsten & teuersten 10 Regionen der Haftpflichtversicherung

Die günstigsten & teuersten 10 Regionen der Teilkaskoversicherung

Die günstigsten & teuersten 10 Regionen der Vollkaskoversicherung

Der Schadenfreiheitsrabatt lässt die Versicherungsprämie sinken

Der Schadenfreiheitsrabatt wird SFR abgekürzt und ist ein Begriff aus der Kfz-Versicherung. Je länger ein Versicherungsnehmer schadenfrei mit seinem Fahrzeug unterwegs ist, umso höher steigt sein SFR. Ausgedrückt wird der Rabatt anhand von Schadenfreiheitsklassen, kurz SF. Dabei wird für jede SF ein bestimmter Beitragssatz hinterlegt. Grundsätzlich gelten bei der Einteilung in die SF folgende Gesetzmäßigkeiten. Die Klasse 0 wird für alle Versicherer angewendet, welche den Führerschein noch keine drei Jahre besitzen. Die SF 1/2 ist die nachfolgende und betrifft somit die Versicherungsnehmer, welche den Führerschein drei Jahre haben. Darauf folgt die SF1, welche das erste schadenfreie Jahr bezeichnet. Im Anschluss folgen demnach SF2, SF3 und so weiter. Jedes Jahr ohne einen Unfall erhöht die SF fortlaufend. Neben diesen Klassen gibt es noch die „Spezialklassen“ M und S. Die Klasse M ist nur durch einen oder mehrere rückstufungswirksame Schäden zu erreichen. Die Klasse S steht für den selben Sachverhalt wie die Klasse M, wird jedoch nicht von allen Versicherern verwendet. Wie hoch der jeweilige Beitragssatz pro SF ist, unterscheidet sich je nach Versicherungsunternehmen erheblich. Bei der HUK Coburg zum Beispiel ist für die SF35 ein Beitragssatz von 20% festgesetzt, ab hier verändert sich der Beitragssatz nicht mehr. Die Allianz hingegen möchte für diese SF immer noch 25%. Zum Vergleich: In der Regel wird für die SF1 der volle Versicherungsbetrag verlangt, also 100%. Steigt nun die SF-Klasse, sinkt der Beitragssatz. In höheren SF-Klassen zahlt man also nur noch anteilig die angegeben Prozentsätze des vollen Versicherungsbeitrags. Bei einem Versicherungswechsel können aufgebaute SF-Stufen mitgenommen werden, allerdings kann sich der Beitrag aufgrund der individuellen Zuordnung von Beitragssätzen trotzdem erhöhen. Wer beim Vertragsabschluss mit der SF 1/2 eingestuft wird, den Vertrag aber innerhalb des Jahres beginnt und somit bereits 180 Tage versichert ist, hat die Möglichkeit direkt zum nächsten Jahr in die SF1 aufzusteigen.
Im selbstverschuldeten Schadensfall, sofern der Schaden die Haftpflichtleistung oder die Vollkaskoleistung berührt, wird der Versicherungsnehmer in der SF zurückgestuft. Auch hier ist das Verfahren der Zurückstufung von den individuellen Konditionen der einzelnen Versicherungen abhängig. Viele Versicherungsunternehmen bieten hier eine Art Rabattschutz an. In der Regel hat man hier einen Unfall im Jahr „frei”, fällt also nicht in der SF-Klasse. Viele Unternehmen bieten dieses jedoch nicht für junge Fahrer (unter 25) an. Generell ist solch ein Rabattschutz oft erst ab der SF4 verfügbar und kostet einen Aufpreis.

Fahrer nicht gleich Versicherungsnehmer

Bei der Kfz-Versicherung oder auch generell bei der Zulassung werden folgende Personentypen unterschieden: Kfz-Halter, Fahrer und Versicherungsnehmer. Im Regelfall ist der Autobesitzer/Käufer auch gleichzeitig Halter und Versicherungsnehmer sowie Fahrer. In einigen Fällen jedoch, wird das Auto auf jemanden zugelassen, der selbst gar nicht fährt. Auch der Versicherungsnehmer muss nicht zwangsläufig der Fahrer sein. Dies wird genutzt, um Spareffekte zu beanspruchen. So werden oftmals junge Fahrer (Führerscheinbesitz unter 3 Jahre, oder unter 25 Jahre alt) bei einer Kfz-Versicherung benachteiligt. Dies bedeutet, dass hier das Risiko, einen Unfall zu bauen, extrem hoch bewertet wird. Das lässt den Versicherungsbeitrag in die Höhe schnellen. Eine Möglichkeit wäre es, den Wagen über die Eltern zu versichern. Im günstigsten Fall haben diese selbst einen Wagen versichert und profitieren von einer Zweitwagenregelung oder einem Familientarif. Doch hier ist Vorsicht geboten, kommt es zum Schaden durch das Fahrzeug des jungen Fahrers, hat dies erhebliche Auswirkungen auf die bereits versicherten Fahrzeuge der Eltern. Lässt man außerdem in jungen Jahren kein Fahrzeug auf seinen eigenen Namen versichern, nimmt man sich selbst die Chance früh mit dem Aufbau einer hohen SF zu beginnen.

Kfz-Versicherung im Ausland?!

Um auch im Ausland einen Kfz-Versicherungsschutz in Anspruch zu nehmen, gibt es die Internationale Versicherung für Kraftfahrer. Dieses Dokument ist grün und wird daher umgangssprachlich auch als „Grüne Versicherungskarte“ bezeichnet. Diese ist Bestandteil eines internationalen allerdings vorwiegend europäischen Systems, welches es ermöglicht mit der eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung in verschiedene Länder zu fahren. Somit bleibt es einem erspart, extra eine landestypische Haftpflichtversicherung abzuschließen. Aufgrund des neuen Kennzeichenabkommens ist diese Karte eigentlich überflüssig geworden. Folglich besitzt kaum ein privater Autobesitzer solch eine. In der Regel bekommt man die Karte auch nur noch auf Anfrage beim Versicherungsunternehmen. In Mietwagen ist sie allerdings generell noch vorhanden. Die grüne Versicherungskarte:

  • gilt als Versicherungsnachweis im Ausland
  • bescheinigt Versicherungsschutz nach den im Ausland geltenden Bestimmungen
  • enthält alle Adressen aller ausländischen Regulierungsbüros, an die sich ein Unfallgeschädigter wenden muss

Kfz-Versicherung – Ein Überblick in unserem Ratgeber

Wer sich ein Auto gekauft hat oder vielleicht das erste eigene Fahrzeug zum 18. Geburtstag geschenkt bekommen hat, muss sich zwangsläufig auch mit dem Thema Kfz-Versicherung auseinandersetzen. Ohne eine solche Versicherung kann der Wagen nicht im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden. Die gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung äußert sich in der Kfz-Haftpflichtversicherung, die im Pflichtversicherungsgesetz (PflVG) §1 geregelt ist. Des Weiteren muss ein Fahrzeug für die Nutzung im Straßenverkehr zugelassen sein. Auch dies ist gesetzlich in der Verordnung über die Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr (FZV) in §1 und §3 geregelt. Dabei ist zu beachten, dass eine Zulassung nur erfolgen kann, wenn das Fahrzeug bereits haftpflichtversichert ist. Sobald ein Fahrzeug für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen wurde, muss nicht nur die Versicherung bezahlt werden, sondern auch die Kfz-Steuer. Was sich konkret hinter der Haftpflichtversicherung verbirgt, was es mit der Teil- und Vollkasko auf sich hat und wie sich der Kfz-Versicherungsbetrag berechnet, all das erfahren Sie hier in unserem Ratgeber.

Kundenmeinungen
Genialer Service. Einfach Fahrzeugdaten eingeben und schon weißt du, was dein Auto noch wert ist.
Benny S.
Hatte erst ein Angebot von einem Händler und fand das zu wenig. Auf gratis-autobewertung.de konnte ich dann prüfen, dass mein Auto viel mehr wert ist!
Hanna H.
Nach langer Suche bin ich auf gratis-autobewertung gestoßen und habe es gleich ausporbiert. Das Tool sagte, dass mein alter Opel noch 1300 Euro wert sei. Beim Verkauf habe ich dann sogar fast genau den Preis rausschlagen können.
Jens G.
Ohne dies Autobewertung hätte ich mein Auto nicht so gut verkaufen können. Hat mir Geld gespart.
Otto O.

Die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung

Um ein Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr zu nutzen, bedarf es in jedem Fall einer Haftpflichtversicherung für den Wagen. Andernfalls macht man sich strafbar. Wer ohne einen gültigen Versicherungsschutz unterwegs ist, bekommt im Zweifelsfall nicht nur sechs Punkte in das Verkehrszentralregister eingetragen, sondern zahlt auch eine erhebliche Geldbuße oder muss eventuell sogar mindestens sechs Monate bis hin zu einem Jahr ins Gefängnis. Am 1. Mai 2014 tritt der neue Bußgeldkatalog in Kraft. Dieser sieht für das Fahren ohne Versicherung keine Punkte in Flensburg mehr vor, Geldbuße und Freiheitsstrafe bleiben weiterhin bestehen. Die Verpflichtung zum Abschluss einer solchen Versicherung hat seine Gründe. Diese Regelung resultiert aus dem Kraftfahrzeug-Schadensrecht, welches sich vom Schadenersatzrecht unterscheidet. Im Fall der Haftpflichtversicherung ist somit das Fahrzeug und nicht der Fahrer versichert. Grundsätzlich hat die Pflichtversicherung die Intention die Geschädigten im Falle eines Unfalles zu schützen. Mit Hilfe der Pflichtversicherung kann sicher gestellt werden, dass jeder Unfallbeteiligte entschädigt wird, auch wenn der Schaden das Einkommen des Fahrzeugführers beziehungsweise Unfallverursachers übersteigt. Denn hier zahlt die Versicherung in jedem Fall den vollen Betrag.

Was deckt die Haftpflichtversicherung eigentlich ab?

Durch die Pflichtversicherung werden Personenschäden wie zum Beispiel Heilungskosten, Unfallrenten sowie Schmerzensgeld abgedeckt. Außerdem werden Sachschäden wie Reparaturen an den Fahrzeugen der Unfallbeteiligten oder beschädigte Objekte wie Leitplanken und ähnliches bezahlt. Des Weiteren sind auch reine Vermögensschäden versichert. Darunter versteht man einen Folgeschaden aus einem Personen- oder Sachschaden, bei dem die betroffene Person einen geldwerten Nachteil erleidet. Wie viel dabei die Versicherung übernimmt und was der Unfallverursacher eventuell noch selber zahlen muss, ist ausschließlich von den Deckungssummen abhängig. Die Deckungssumme gibt die maximale Entschädigungsleistung an, welche aus der Kfz-Haftpflichtversicherung resultiert. Die gesetzliche Mindestdeckungssumme, ebenfalls im Pflichtversicherungsgesetz festgeschrieben, beträgt bei Personenschäden bis zu 7,5 Millionen Euro. 1,12 Millionen Euro sind für Sachschäden angesetzt und 50.000 Euro für Vermögensschäden, welche unmittelbar oder mittelbar mit Personen- oder Sachschäden zusammenhängen. Beim Abschluss der Versicherung können diese Werte auch erhöht werden. So kann der Versicherungsnehmer die Deckungssumme auf 50 oder 100 Millionen Euro festlegen, wobei hier Personen und Sachschäden dann zusammengefasst werden. Dies ist durchaus zu empfehlen, vor allem wenn der Schaden die festgelegte Deckungssumme überschreitet, ist der Versicherungsnehmer zur Zahlung der entstandenen Differenz verpflichtet. Grundsätzlich ist die Haftpflichtversicherung gegenüber dem Geschädigten in jedem Fall, auch bei grober Fahrlässigkeit des Unfallverursachers, zumindest bis zur Höhe der Deckungssumme zahlungspflichtig.

Ausnahmen bis 5.000 Euro

  • Trunkenheitsfahrten
  • unbefugte Benutzung des Fahrzeugs
  • Fahrerflucht

Bei Vorsatz des Fahrers wird die Versicherung von der Zahlungspflicht entbunden.

 

Der rechtsgültige Kaufvertrag

Der allgemeine KFZ-Kaufvertrag für ein gebrauchtes Fahrzeug beinhaltet in der Regel den vorgedruckten Kaufvertrag, Tipps für den Verkäufer und Käufer, sowie vorgedruckte Mitteilungen an die Zulassungsstelle und Haftpflichtversicherung über den Verkauf eines PKW`s. Im Internet gibt es kostenlose Vordrucke von Kaufverträgen, die Sie unkompliziert herunterladen können sowie Checklisten, die die wesentlichen Tipps und Ratschläge zum Thema Kaufvertrag zusammenfassen. Dazu zählt unter anderem eine gründliche Vorbereitung, wie zum Beispiel die explizite Kontrolle des Fahrzeugzustandes, die Sichtung des Führerscheins des Interessenten bei der Probefahrt sowie das Bestehen auf eine sichere Zahlungsweise, idealerweise durch eine Kontoüberweisung. Bei Privatverkäufen sollte möglichst eine Barzahlung des vollen Kaufpreises bei der Übergabe vereinbart werden, da Scheck- und Wechselgeschäfte zu rechtlichen Problemen führen können. Aber Achtung! Vor der vollständigen Bezahlung des gesamten Kaufpreises sollten Sie keinesfalls den KFZ-Brief dem Käufer aushändigen. Garantieren Sie nur spezielle Fahrzeugdetails, deren Vorhandensein Sie auch durch Quittungen oder Ähnliches beweisen können. Mit einem Gewährleistungsausschluss im Kaufvertrag sind Sie als Verkäufer auf der sicheren Seite. Zudem sollten Sie als Verkäufer unverzüglich nach Unterschreiben des Kaufvertrages den Besitzwechsel des Fahrzeugs bei der Zulassungsstelle und Haftpflichtversicherung mitteilen, damit Sie nicht mehr haftbar gemacht werden können. Der Käufer ist diesbezüglich verpflichtet, unverzüglich nach Kaufabschluss das gekaufte Fahrzeug bei der Zulassungsstelle umzumelden.

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