Runflat-Tire: Reifen mit Notlaufeigenschaft

Der Sicherheitsreifen ist eigentlich aus der Sicherheitsbranche bekannt und wird oft an gepanzerten Autos montiert. Geläufigere Bezeichnungen für dieses Rad sind Reifen mit Notlaufeigenschaft oder auch Runflat-Tire. Was es genau mit diesem Reifen auf sich hat, erklären wir Ihnen in unserem Ratgeber. Mit dem Runflat-Reifen ist das Reserverad bereits am Fahrzeug montiert. Rein statistisch gesehen hat jeder deutsche Autofahrer im Schnitt nach fünf bis sieben Jahren oder nach 100.000 bis zu 150.000 Kilometerleistung eine Reifenpanne mit seinem Fahrzeug. Wenn dieser unangenehme Vorfall am Abend, auf wenig befahrenen Straßen oder bei nass-kaltem Wetter auftritt, ist eine Hilfe von anderen Autofahrern  nicht zu erwarten. Aufgrund der Seltenheit eines solchen Ereignisses wissen viele Autofahrer nicht, wie richtig zu handeln ist. Hat man es geschafft, den PKW mit einem platten oder geplatzten Reifen gefahrlos zu stoppen, steht eine Reparatur an, bevor eine Fahrt fortgesetzt werden kann. Viele Autofahrer haben in Sachen Reifenwechsel oder Reifen-Repair-Kits wenig Erfahrung. Zudem sind die Ursachen für ein plattes Rad vielfältig. Im Jahr 1992 entwickelte der Reifenhersteller “Goodyear” den ersten Runflat-Tire in der Geschichte des Autoreifens.

Dieser sorgt dafür, dass ein platter Reifen noch für circa 80 Kilometer bei einer maximalen Geschwindigkeit von 80km/h nutzbar ist.  Mit der Runflat-Technology können Sie problemlos bis zur nächsten Werkstatt fahren. Woran Sie einen Runflat-Reifen erkennen, wie dieser aufgebaut ist und was es mit dem Kontrollsystem auf sich hat, erklären wir Ihnen im folgenden Abschnitt.

Kundenmeinungen
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Edeltraud F.
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Christian Z.
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Woran erkennen Sie einen Runflat-Reifen?

Runflat-Reifen unterscheiden sich in ihrer äußeren Erscheinung nicht von einem normalen Reifen. Zu erkennen sind diese lediglich an einer speziellen Aufschrift, welche je nach Hersteller variiert. Die geläufigsten Abkürzungen sind:

      • ROF
      • RFT
      • EMT (extended Mobility Tire)
      • RSC (Runflat System Component)
      • SSR (Self Supporting Runflat Tire)
      • ZP (Zero Pressure)
      • DSST (Dunlop Self Supporting Technology)
      • BSR (Bridgestone Support Ring)
      • PAX-Reifen

Durch die Runflat-Technology wird auch bei einem Luftdruckverlust im Reifen ein Weiterfahren über ca. 80km ermöglicht. Verstärkte Seitenwände beziehungsweise ein Stützring aus einem zusätzlichen Gummielement bewahren den Reifen vor dem kompletten Einfallen. Durch eine Extraausstattung im Reifeninneren wird der Effekt eines „selbsttragenden Reifens“ erzielt. Ein zusätzlicher Gummiriemen im Runflat-Reifen ist dazu noch extrem temperaturbeständig, selbst große Hitze durch erhöhte Reibung im Pannenfall machen ihm nichts aus. Verstärkten Seitenwände sichern zudem die Übertragung von Lenk-, Antriebs- und Bremskraft. Ergänzend dazu werden diese Reifen auf eine spezielle Felge gezogen.

Wie verhält sich ein Runflat-Reifen unterwegs?

Bei vielen Produkten aus dem Reifen – Segment wird während der Produktion ein Kompromiss eingegangen. So auch beim Runflat-Reifen. Hierbei ist eine Kombination zwischen Fahrkomfort und der Möglichkeit für eine möglichst lange Notlaufstrecke erforderlich. Im Normalfall müssen Abstriche beim Komfort gemacht werden. Der ADAC hat einige Runflat-Reifen auf ihre Fahreigenschaften getestet und alle Ergebnisse mit Nicht-Runflat-Reifen verglichen. Ein Runflat-Reifen ist härter als das normale Rad, was sich wiederum auf den Rollwiderstand auswirkt. Ist dieser erhöht, steigt auch der Kraftstoffverbrauch. Durch verstärkte Flanken, welche ein Runflat-Reifen aufweist, wiegen sie im Schnitt 0,3kg mehr. Somit wird beim Beschleunigungsvorgang mehr Energie benötigt. Auf einer trockenen Fahrbahn verhalten sich Runflat-Reifen genauso wie normale Pneus. Demgegenüber haben die verstärkten Räder auf nassem Untergrund deutliche Vorteile. Außer Frage stehen beim Runflat-Reifen die benutzerfreundlichen Eigenschaften bei einer Panne.

Letztendlich sind die Nachteile gegenüber den positiven Runflat-Eigenschaften zu relativieren. Durch eine stetige Entwicklung werden die Nachteile mit jeder Generation immer weiter reduziert. Es ist zu erwarten, dass zukünftig kein Unterschied mehr beim Fahrgefühl oder Kraftstoffverbrauch bei Runflat-Reifen gegenüber normalen Pneus festzustellen ist. Somit stellt dieses Rad auch für den privaten Autobesitzer eine Alternative zum Ersatzrad oder dem Repair-Kit dar.

Ein weiterer Nachteil, welcher den Fahrzeughalter eventuell vor einer Nutzung von Runflat-Reifen abschreckt, ist der Preis. So kostet zum Beispiel der Sommerreifen POTENZA RE 070 von Bridgestone für die Reifengröße 225/45 R17 mit dem Geschwindigkeitsindex W pro Stück bereits 112 Euro. Ein Reifensatz würde demnach mit 448 Euro zu Buche schlagen. Während ein vergleichbarer Reifen ohne Runflat-Technology bereits ab 70 Euro zu haben ist.

Kontrollsystem für Runflat-Reifen

Wer sich aufgrund der Vorzüge eines Runflat-Reifens nicht vom Preis abschrecken lässt, sollte wissen, dass diese Räder grundsätzlich mit einem eingebauten Kontrollsystem geliefert werden. Dies ist unabdingbar, um dem Fahrer zu signalisieren, dass der Reifen beschädigt ist. Ohne ein entsprechendes Signal ist eine Beschädigung nur schwer wahrnehmbar. Das Kontrollsystem gibt im Cockpit ein Signal, sobald der Luftdruck im Runflat-Reifen unter einen vorher eingestellten Grenzwert fällt. Grundsätzlich lassen sich die Kontrollsysteme in zwei Arten einteilen. Indirekte Systeme registrieren den Umstand, dass sich ein Rad mit reduziertem Luftdruck schneller dreht.  Im Gegensatz dazu messen direkte Systeme den Luftdruck und vergleichen diesen mit dem voreingestellten Wert. Im Allgemeinen gelten Runflat-Reifen mit einem Luftdruck unter 0,7 bar als „platt“.

Was kennzeichnet einen RUNFLAT – TIRE

→ mit bloßem Auge kein Unterschied zum normalen Rad erkennbar
→ diverse Reifenbezeichnungen (ROF, RFT, EMT,RSC, SSR, ZP, DSST, BSR, PAX)
→ verstärktes Reifeninneres
→ nach Panne bis zu 80km bei 80km/h weiterhin fahrtüchtig
→ nur in Verwendung mit Reifen-Kontrollsystem
→ kaum Defizite beim Fahrkomfort
→ teure Anschaffung

Wichtiger Faktor beim Reifenkauf: Geschwindigkeitsindex
Dieser Index gibt die maximal zulässige Geschwindigkeit für den jeweiligen Reifen an und ist mit einem Buchstaben in der Reifenbezeichnung verschlüsselt. Die Höchstgeschwindigkeit ist ausschlaggebend dafür, bis zu welcher Geschwindigkeit der Reifenherhersteller bei korrektem Reifendruck einen einwandfreien Dauerbetrieb garantiert. Der Index ist das letzte Zeichen in der Reifenbezeichnung und ist somit auf der Flanke des Reifens abzulesen. Die folgende Tabelle schlüsselt alle Buchstabenbezeichnungen auf.

Geschwindigkeitsindex

F 80 km/h Q 160 km/h
G 90 km/h R 170 km/h
J 100 km/h S 180 km/h
K 110 km/h T 190 km/h
L 120 km/h H 210 km/h
M 130 km/h V 240 km/h
N 140 km/h W 270 km/h
P 150 km/h Y 300 km/h
ZR >240 km/h

Die Tabelle begann ursprünglich mit dem Buchstaben “S” für Speed und somit für die 180km/h. Von diesem Punkt aus wurde die Tabelle erweitert. Nach oben gestaltete sich die Ausweitung schwieriger, da die Buchstaben “H” für High Speed bei 210km/h und “V” für Very High Speed für über 210km/h bereits vergeben waren.

 

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