Warum eigentlich Winterreifen?

Wenn im Oktober die Tage langsam kürzer werden, die Sonne immer weniger zum Vorschein kommt und der erste Bodenfrost einsetzt – spätestens dann tauschen die meisten Autofahrer ihre Sommerreifen gegen Winterreifen aus. Es gibt zwar keinen genauen Stichtag, wann der Austausch erfolgen muss, allerdings schreibt die Straßenverkehrsordnung seit dem 04. Dezember 2010 die „Winterreifen – Verordnung“ vor. Das heißt Autofahrer sind verpflichtet, wenn sie bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte mit dem PKW unterwegs sind, ausschließlich mit Winterreifen zu fahren, beziehungsweise M+S Reifen aufzuziehen (§ 2 Abs. 3a StVO). Doch generell gefordert werden Winterreifen dadurch nicht, denn sollte es die Wetterlage zulassen, dürfen laut Gesetzgeber Sommerreifen weiterhin in Verwendung bleiben. Warum Sie innerhalb Deutschlands dennoch auf eine Winterbereifung zwischen Oktober und März setzen sollten, erfahren Sie hier.

Kundenmeinungen
Ich war positiv überrascht. Laut Bewertung war mein Audi noch 3.100 EUR wert. Ich bin es dann tatsächlich für 2.999 EUR losgeworden.
Julian C.
Besser als die der Konkurrenz, sehr genaue Einschätzung.
Mehmet H.
Laut Online-Bewertung ist mein Opel Vectra noch 1.200 Euro wert. Habe Ihn jetzt tatsächlich für 1.100 Euro verkauft. Top!
Michael D.

Winterreifen: Beschaffenheit & Eigenschaften

Winterreifen? Autofahrer, die in milderen Regionen leben, in denen kaum Schnee fällt, überlegen in der Regel lange, ob sich eine Investition von einigen hundert Euro für einen Satz Winterräder überhaupt lohnt. Doch warum das Geld durchaus für Winterreifen eingesetzt werden sollte, verdeutlicht die Beschaffenheit des Gegenpols, den Sommerreifen. Denn die Gummimischungen von Sommerrädern verhärten bereits bei niedrigen Plus-Graden, wodurch es zu einer geringeren Haftung auf der Straße kommt. Dies verhält sich anders bei der Bereifung speziell für den Winter. Reifen, die für die kalte Jahreszeit ausgelegt sind, bleiben hingegen viel länger weich und besitzen zudem ein spezielles Lamellen-Profil, das auf Schnee und Eis besonders gut greift. Das sind Witterungsbedingungen, die gerade in Deutschland anzutreffen sind. Demnach eignet sich der Einsatz von Winterreifen in unserer Region durchaus; viel mehr noch – Unfälle können zum Beispiel durch den kürzeren Bremsweg und dank des Winterpneus vermieden werden.

Winterreifen werden aus einem Gemisch von Naturkautschuk und Synthesekautschuk hergestellt, was circa 40 Prozent eines jeden Reifens ausmacht. Ein handelsübliches Winterrad, mit M+S – Kennung und dem Schneeflockensymbol, das alle Richtlinien erfüllt, besitzt einen höheren künstlichen Gummianteil als Sommerreifen, damit dieser bei niedrigen Temperaturen nicht verhärtet und auch nicht an Haftfähigkeit (Grip) verliert. So gelingt bei Schnee und Kälte der Bremsvorgang besser, der Bremsweg wird kürzer und das Lenkverhalten wird nicht eingeschränkt. Neben dem Kautschuk werden bei der Herstellung noch weitere Stoffe dem Winterreifen zugesetzt, wie zum Beispiel Stahl, Kohlenstoff, Schwefel, Öle und Harze, die den Pneu elastischer machen.

Profilbeschaffenheit ist das A und O beim Winterreifen

Der beste und teuerste Winterreifen bringt nichts, wenn nach intensivem Gebrauch das Profil abgefahren ist. Gerade bei viel Schnee oder Matsch ist ein tiefes Profil unumgänglich, denn nur in diesem Fall ist der Reifen in der Lage, richtig zu greifen beziehungsweise auf der Fahrbahn haften zu bleiben. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt ebenso wie für Sommerreifen auch für Winterreifen 1,6 Millimeter. Autoexperten empfehlen jedoch aus Gründen der Sicherheit eine Profiltiefe von mindestens vier Millimeter. Natürlich spielt auch das Alter der Reifen eine Rolle, denn mit zunehmender Zeit wird die Gummimischung im Reifen immer härter, so dass der Grip nicht mehr gewährleistet werden kann. Hier geben Experten etwa 6 Jahre an, nach deren Ablauf eine Neubereifung empfohlen wird, da die Haftung bei tiefen Temperaturen nachlässt. Dann kann zu einem erhöhten Unfallrisiko führen, so dass das Reifenprofil regelmäßig überprüft werden sollte. Zudem provoziert eine unzureichende Profiltiefe bei Feststellung ein Bußgeld in Höhe von 350 Euro.

Beim Thema Profilbeschaffenheit lässt sich noch hinzufügen, dass Winterreifen bei Neuwagen und damit auch bei Neureifen, die acht Millimeter Profiltiefe besitzen, für die besten Haftungseigenschaften sorgen, rechtlich gesehen kann jedoch jede Bereifung bis zur Mindestprofiltiefe von 1,6 mm im Straßenverkehr teilnehmen, auch im Winter. Reifen mit solch einer geringen Profiltiefe gewährleisten jedoch nicht den vollen Sicherheitsrahmen, da Tests belegen, dass die speziellen Wintereigenschaften der Reifen, wie eine besonders guter Grip im Schnee oder ein verbessertes Bremsverhalten schon bei einer Profiltiefe von unter vier Millimetern nachlassen. Ein rechtzeitiger Austausch ist daher anzuraten. Wer glaubt, dass er umgekehrt einen Vorteil erzielt und seine Winterpneus im Sommer aufbrauchen möchte, liegt leider auch falsch. Denn dadurch sparen Autofahrer kein Geld, sondern müssen mit deutlich längeren Bremswegen gegenüber Sommerreifen rechnen und begeben sich damit in Gefahr.

Der Winterreifen Test

Die Auswahl an Winterreifen ist vielschichtig und es ist nicht immer ganz einfach, den richtigen Reifen für seinen PKW zu finden. Dabei geht es nicht nur um die Wahl eines Reifenherstellers, die ebenso häufig auf Grund der Vielzahl an konkurrierenden Firmen wie Dunlop, Bridgestone, Continental, Firestone oder Kleber schwer fällt, sondern auch um die unterschiedlichen Preis-und Qualitätsklassen. Um Autobesitzer bei der Qual der Wahl zu unterstützen, gibt es viele Autoexperten, die einen Winterreifen Test durchgeführt haben. Sie können sich zum Beispiel an den ADAC wenden, der bei seinem Winterreifen Test unterschiedliche Modelle miteinander vergleicht. Auch die Stiftung Warentest hat die besten Räder, die sich für den Winter eignen, getestet und bewertet. Ein Tipp zum Schluss: Achten Sie darauf, dass Ihr Wagen nicht mit unterschiedlicher Bereifung fährt, da dies zu verstärktem Schleudern beim Bremsen führen kann.

 

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